Sonntag, 2. April 2017

Die Natur erwacht

Der Frühling holt die Natur aus ihrem Winterschlaf. Einmal mehr zog es uns nun ins blumenreiche Böhmische Mittelgebirge, wo auf basischem Untergrund zahlreiche und auch seltene Pflanzen anzutreffen sind, die es bei uns in Sachsen kaum noch oder gar nicht (mehr) gibt. Eine Fortsetzung des Beitrages vom vorigen Jahr:


Ende März ist die beste Zeit, die Märzenbecher (Leucojum vernum) in der Ritina-Schlucht (Rytina soutěska) zu besuchen:



Etwas später folgen Anfang April die Leberblümchen (Hepatica nobilis), z. B. in der Biberklamm (Bobří soutěska):



Die Schlüsselblumen beginnen nun erst mit ihrem Flor. Die Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) mag es im Gegensatz zu iherer kleineren Verwandten feucht und schattig. Sehr häufig findet man den Hohlen Lerchensporn (Corydalis cava). Rote Pestwurz (Petasites hybridus) ist in den sickernassen Stellen vergesellschaftet mit Wechselblättrigem Milzkraut (Chrysosplenium alternifolium).




Bei herrlichem Sonnenschein und glaskaler Polarluft genossen wir die außergewöhnlich gute Fernsicht.

Blick von einer unbekannten und einsamen Erhebung des rechtselbischen Böhmischen Mittelgebirges nach Westen. Rechts vorn der Aarhorst (Varhošt‘), weiter links davon der höchste Berg des Böhmischen Mittelgebirges, der Milleschauer (Milešovka; 837 m). Dazwischen fließt in Schlaufen die Elbe von links nach rechts, vom Böhmischen Becken in Richtung Sachsen. Ganz rechts im Hintergund ist diffus der Erzgebirgskamm zu erkennen.


Von einer nicht weit davon entfernten Stelle schweift der Blick nach Osten zum zweithöchsten Berg des Böhmischen Mittelgebirges (und damit höchsten rechtselbisch), dem Geltschberg (Sedlo [=Sattel]; 726 m). Dahinter folgen von rechts nach links der Zuckerhut des Ronberges (Ronov), der Rollberg (Ralsko) und ganz links der Jeschken (Ještěd; 1012 m) bei Reichenberg (Liberec). Am Horizont strahlt das frisch verschneite Riesengebirge (26.03.17).


Knorrige Trauben-Eichen krönen einen kleinen „Vulkan“-Kegel, wo kein Wanderweg hinführt...


Sonntag, 5. März 2017

Farbenfroh in den Frühling

Endlich ist es so weit: Der erste warme Frühlingstag! Die letzten verbliebenen Stauden und Gräser wurden zurückgeschnitten, die Wassertonnen wieder angeschlossen und das erste Gartenfeuer gezündet.

Wir genossen den herrlichen Tag zwischen den von Bienen und Hummeln umsummten Elfen-Krokussen. Sie sind inzwischen fast überall im Garten anzutreffen. Besonders stark tummeln sie sich im Hochstaudengarten, wo sie fast den ganzen Boden mit ihren zarten Blüten bedecken. Sie versamen und teilen sich dort prächtig. Die hübschen Frühlingsboten zeigen sich in unterschiedlichen Farbnuancen:

Crocus tommasinianus


Siehe auch ältere Beiträge:

Ähnlich vermehrungsfreudig sind bei uns die Winterlinge. Mittlerweile kommen sie in kleineren Flächen vor. Kaum auszubreiten scheinen sich die Schneeglöckchen. Ganz zu schweigen von den Märzenbechern, denen offenbar die Feuchtigkeit fehlt.
 
Eranthis hyemalis

Und sonntags tippelten wir bei herrlicher Fernsicht und wunderbaren Lichtstimmungen durch unsere Sächschische Schweiz. Sonnenuntergang am Adamsberg mit Blick zum Königstein und zum Lilienstein:


Sonntag, 12. Februar 2017

Väterchen Frost

Der Winter ist die Zeit der Ruhe im Garten wie in der Natur. Zeit, sich anderen Dingen zu widmen und Ideen für das neue Gartenjahr zu sammeln, Vorhaben zu planen. Nun möchte ein paar Bilder vom Januar zeigen:




Iris sibirica

Seit dem Jahreswechsel hat uns Väterchen Frost fest im Griff. Nur selten kriecht das Thermometer über den Gefrierpunkt. Zum Aufnahmezeitpunkt lag das bisherige Schnee-Maximum dieses Winters von 26 bis 29 cm auf der Wiese hinterm Haus. Im Osterzgebirge, wo wir jeden Sonntag Ski fahren, sind es freilich deutlich mehr (bis zu 70 cm). Inzwischen ist die weiße Pracht im Garten auf wenige cm dahingeschmolzen. Doch der eisige Ostwind zieht das Quecksilber wieder kräftig nach unten. Bin gespannt wie die im letzten Jahr neu gepflanzten und schön blühenden Kniphofia galpinii durchkommen. Ansonsten war es eben einen Versuch wert…

Die Stauden habe ich bis auf wenige Ausnahmen (Gräser, Sedum, Iris,…) zurückgeschnitten. Wenn sie nicht schon durch herbstlichen Prasselregen und Sturm darniederlagen, so hätte es der massive Schneefall im Januar getan. Zu herrlichen Raureifbildern kommt es in unserem Klima sehr selten. Also runter damit, damit man noch durch den Garten gehen kann.

Montag, 31. Oktober 2016

Bunter Herbst im Garten, in Parks und Natur


Das Gartenjahr neigt sich dem Ende. Leider bin ich im Oktober kaum zum Fotografieren gekommen. Zudem sah manches um diese Zeit in den letzten Jahren deutlich besser aus. Der teils heftige Regen ließ sämtliche Astern, die in diesem Jahr recht hoch geschossen waren, auseinanderfallen.




Aster turbinellus (links), A. pringlei ‘Pink Star’ (vorn), A. cordifolius ‘Little Carlow’ (Mitte), Solidago rugosa ‘Fireworks’ (dahinter). In roter Herbstfärbung: Cornus alba im Hintergrund.

 

An dieser Stelle möchte ich einige Fotos aus dem neuen Nordamerika des Forstbotanischen Gartens Tharandt zeigen. Über den ganzen Monat färben die einzelnen Laubbaumarten. Den Anfang machen der auffallend leuchtende Zucker-Ahorn (Acer saccharum) und diverse Hartriegel und Birken. Viel später zeigen sich zahllose Eichenarten in Rottönen, Tulpenbäume in kräftigem Gelb und Amberbäume in auffälligem Farbspiel.


Neues Nordamerika 04.10.2015
Neues Nordamerika 16.10.2016

Pinus pungens

Neues Nordamerika 16.10.2016



















Das neue Nordamerika (“ForstPark”; Bäume angepflanzt seit 2003) ist noch recht offen, die Bäume je nach Art nur wenige Meter hoch, also alles in greifbarer Höhe und lichtdurchflutet. Der Standort ist eine leicht unebene Kuppe mit kräftiger Lößauflage. Entsprechend gemästet sehen die Koniferen aus. Anderen anspruchsvollen Gehölzen bekommt der Standort sehr gut.



Ganz anders ist das Erscheinungsbild des alten Gartens: waldartig, teils parkartig, sehr bergig, saure, teils felsige Böden, trockene Südhänge, dunkle Nordhänge. 1811 erfolgten erste Pflanzungen und später mehrere Erweiterungen. Einige Bäume stammen wohl noch aus dieser Zeit. Will man den ganzen Garten als pflanzenkundig Interessierter sehen, braucht man den ganzen Tag. Es gibt systematische und geografische Abteilungen. Hier ein Foto aus Ostasien mit den bunten Fächer-Ahornen (Acer palmatum):


Ostasien-Quartier, 31.10.2016


Im Herbst wird wieder viel gewandert. Mit lohnenden Zielen sind wir in der Dresdner Umgebung ja reichlich gesegnet. Immer wieder gern zieht es uns ins ruhige und recht ursprüngliche Böhmen:

Blick vom Schaunstein zu den Zschirnsteinen

Blick vom Hutberg (Pastevní vrch) bei Rosendorf (Růžová) nach Nordwesten in die Sächsische Schweiz (mit Hochland-Rind) und in die entegengesetzte Richtung nach Südosten zum markanten Vulkankegel des Rosenbergs (Růžovský vrch):
 
 









Das nahe Kamnitzleiten (Kamenická Stráň) besteht nur aus wenigen gut erhaltenen und gepflegten Umgebindehäusern. Die meisten, wenn nicht sogar alle Häuser, sind nicht mehr dauerhaft bewohnt. Hier scheint die Zeit seit Jahrhunderten stehengeblieben zu sein:



hinten: Acer palmatum
Kamnitz (Kamenice)

















Kirnitzschklamm in der Kernzone des Nationalparks: Hier bildet die Kirnitzsch (Křinice) über einige Kilometer die Grenze zwischen Sachsen und Böhmen.

 




Freitag, 30. September 2016

Zwischen Sommer und Herbst


Sehr trocken und warm setzt sich der Sommer im September fort. Den meisten Stauden im Garten macht dies nichts oder kaum etwas aus. Wunderbar leuchten die Blüten in der tiefstehenden Sonne:








 











Vor den braunen Halmen des Garten-Reitgrases Calamagrostis x acutiflora Waldenbuch’ machen die verblüten Köpfe des Roten Sonnenhutes Echinacea purpurea immer noch eine gute Figur. Im September wird der Staffelstab von den Sonnenhüten an die Astern weitergegeben. Bei mir erblühen jetzt Aster novi-belgii ‘Dauerblau’, ‘Fuldatal’ und ‘Karminkuppel’. Neu hinzugekommen ist die kleinköpfige aber schön hellblau und üppig blühende Aster cordifolius ‘Little Carlow’ neben der Goldrute Solidago rugosa ‘Fireworks’. Die allerletzten Astern im Blütenreigen sind bei mir Aster turbinellus und Aster pringlei ‘Pink Star’. Sie bühen erst richtig im Oktober auf bis in den November hinein.










Neben der Azalleengruppe im mittleren Gartenbereich blüht nun eine hübsche Kombination aus Aster ageratoides ‘Asran’ (die mir zu sehr wuchert), Aster divaricatus und Anemone japonica ‘Spledens’ und ‘Honorine Jobert’.


Schön anzusehen, aber ebenso stark wuchernd wie sein großer Verwandter ist der Zwerg-Japan-Knöterich Fallopia japonica ‘Rosea’. Er wird nur 0,4 m hoch. Ich habe ihn in einen Steintrog gesetzt.



Zum Schluß noch ein Bild eines traumhaften Bauerngartens aus dem Böhmischen Mittelgebirge. Hier ist mancherorts die Zeit stehengeblieben.


Sonntag, 28. August 2016

Ein Sommertraum


Bislang verlief der Sommer wechselhaft und ausreichend feucht. Gegen Ende zeigt er sich heiß und sehr trocken. Dennoch müssen nur die Wasserschlucker gegossen werden: Ligularia dentata, Hortensien, Neuanpflanzungen und viele Töpfe. Ein traumhafter Sommer, der ständig zum Baden einlädt.










Über erstgenannte Pflanze geht der Blick über den Teich zum sommerlich bunten Hochstaudengarten. Am Teichrand blüht nach wie vor eine Kombination aus Bistorta amplexicaulis ‘High Society’ (Kerzenknöterich), Physostegia virginiana (Gelenkblume) und Echinops ritro (Kugeldistel). Im Hintergrund leuchtet die hochgelobte Sorte der Sonnenbraut: Helenium ‘Rauchtopas’.

Neu in diesem Jahr ist die Fackellilie in unserem Garten. Kniphofia galpinii bereichert das Blütenangebot im Spätsommer. Bin gespannt wie sie den Winter überstehen wird.


Helenium ‘Rauchtopas’
Kniphofia galpinii











Im August wird der Staffelstab im Blütenwettrennen vom Roten (Echinacea purpurea) an den gelben (Gewöhnlichen) Sonnenhut weitergegeben. Bei uns gedeihen zwei Sorten des gelben Sonnenhutes im Garten: Die häufige Rudbeckia fulgida var. sullvantii ‘Goldsturm’ und R. fulgida var. fulgida. Letztere habe ich erst vor kurzem bestimmen können. Vergleiche Jochens Beitrag. Außerdem kultiviere ich noch R. laciniata, der als invasiver Neophyt sich einen Namen gemacht hat und in unserer Gegend an etlichen Flüssen vorkommt, so wie hier an der Pulsnitz.



… und so schön kann ein Abend am Weststrand des Darß’ sein… Nischt wie nacksch ins Wasser! (Das war sächsisch.)